Zwick stellt neue Fallwerke für Material- und Bauteilprüfung vor

Die Schlagprüfung hat in der Werkstoff- und Bauteilprüfung für Kunststoffe und Faserverbundwerkstoffe einen festen Platz. Die ermittelten Eigenschaften gehören zur grundsätzlichen Materialcharakterisierung, die zum Beispiel in den „Contents of CAMPUS“ und in der Einpunktkennwertenorm ISO 10350-1 enthalten ist.
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In der Werkstoffprüfung an Kunststoffen geht es dabei oft um den instrumentierten multiaxialen Durchstoßversuch, der international in der ISO 6603-2 und der ASTM D 3763 beschrieben ist. Während in Europa meist mit einem Meter Fallhöhe, also einer Auftreffgeschwindigkeit von 4.4 m/s gearbeitet wird, finden sich in vielen Spezifikationen der weltweiten Automobilindustrie Anforderungen nach geringeren Geschwindigkeiten von 2.2 m/s, die relativ große Fallmassen erfordern, wie auch nach höheren Geschwindigkeiten von 6.6 m/s, die eine größere Fallhöhe oder eine Beschleunigung des Fallwerks notwendig machen. Weitere Prüfarten, wie instrumentierte Charpy-, Izod- oder Schlagzugversuche sind für die Werkstoffentwicklung von Interesse.

Bei der Prüfung von Faserverbundwerkstoffen geht es oft um die gezielte Vorschädigung vorbereiteter Prüfplatten. Der anschließende Druckversuch wird mit „Compression After Impact“ (CAI) bezeichnet und ist in vielen nationalen und internationalen Normen beschrieben.

In der Bauteil- oder Komponentenprüfung geht es um die mechanischen Eigenschaften von kompletten Konstruktionen oder Systemen. Bekannt ist hier die Prüfung von Schutzkleidung, wie Helme, Protektoren oder kugelsichere Westen. Oft ist für den Konstrukteur eines Bauteils die Validierung einer Konstruktion im Gebrauchszustand von Interesse. Fallwerke eignen sich zur Charakterisierung dieser Eigenschaften in einem breiten Bereich von Deformationsgeschwindigkeiten und Temperaturen.

Zwick liefert bereits seit vielen Jahren hochwertige Prüfgeräte für die Schlagprüfung. Hierzu zählen Pendelschlagwerke für Metalle und Kunststoffe, Fallwerke im Energiebereich von wenigen Joule bis zu 100 000 Joule und hydraulische Hochgeschwindigkeits-Prüfmaschinen.

Aufbauend auf diesem Erfahrungsschatz hat Zwick auf der testXpo 2017 - Fachmesse für Prüftechnik – im Oktober 2017 eine neue Fallwerks-Produktreihe unter dem Produktnamen Amsler vorgestellt. Mit folgenden Produkten deckt Zwick dann ein sehr breites Anwendungsspektrum zur Schlagprüfung ab:


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Amsler HIT230F – Das kleine Fallwerk für Durchstoßversuche und CAI
Mit einer max. Auftreffgeschwindigkeit von 4,4 m/s und Fallmassen zwischen 2 und 23 kg ist dieses Fallwerk sehr gezielt für den Einsatz im Durchstoßversuch nach ISO 6603-2 und der CAI Vorschädigung nach verschiedenen Normen ausgeführt. Es besticht durch die sehr gute Zugänglichkeit des Prüfraums, die eine schnelle Durchführung von Prüfserien auch mit direkter Zuführung von temperierten Prüfplatten ermöglicht. In Punkto Effizienz und Bedienkomfort ist dieses Fallwerk unschlagbar.

Amsler HIT600F – Das universelle Fallwerk für die Werkstoffprüfung

Die Prüfung bei geringen Auftreffgeschwindigkeiten von 2.2 m/s erfordert eine größere Fallmasse. Soll bei 6.6 m/s gemessen werden, dann ist eine Beschleunigung notwendig. Beides ist in diesem Fallwerk vorgesehen. Damit wird es zum perfekten Messgerät für die Anforderungen vieler Spezifikationsnormen der Automobilindustrie. Das Zuführ- und Sicherheitskonzept ist wie beim HIT230F auf Bedienkomfort und Sicherheit optimiert. So können auch bei diesem Fallwerk vortemperierte Prüfplatten eingelegt und in weniger als 5 Sekunden geschlagen werden. Der Einbau einer Temperierkammer kann für viele Durchstoßprüfungen so vermieden werden. Weitere Prüfarten dieses Fallwerks sind CAI, Charpy und Izod.

Amsler HIT1100F – Werkstoff- und Bauteilprüfung in einem Gerät vereint
Die Bauteilprüfung stellt oft besondere Anforderungen an ein Fallwerk. Die Aufschlagflächen des Bauteils stehen manchmal nicht exakt rechtwinklig zur Schlagrichtung, was eine massive Ausführung der Führungen des Fallwagens notwendig macht. Manche Bauteile müssen in speziellen Aufnahmen fixiert werden. Für diesen Zweck ist das Fallwerk mit einer T-Nuten Platte ausgestattet, die eine flexible Werkzeuganordnung ermöglicht. Sollen die Prüfungen bei niedrigen oder erhöhten Temperaturen durchgeführt werden, dann muss der gesamte Prüfaufbau in einer Temperierkammer untergebracht werden. Das Amsler HIT1100F ist für diesen Zweck optimiert und kann mit den entsprechenden Werkzeugen zudem für viele genormte Prüfungen im Bereich der Werkstoffprüfung eingesetzt werden.

Amsler HIT2000F – Werkstoff- und Bauteilprüfung in einem Gerät vereint

Dieses Fallwerk folgt dem Baukonzept des Amsler HIT1100F, verfügt dabei aber über eine größere Fallhöhe und über ein höheres Schlagarbeitsvermögen.

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