Prüfungen an Injektionsnadeln

Eine Injektionsnadel besteht aus einem Rohr in unterschiedlichen Längen, Innen- und Außendurchmessern, das auf einer Seite angeschrägt und angeschliffen ist und auf der anderen Seite unterschiedlich gehalten werden kann. Mit Injektionsnadeln können Flüssigkeiten in den Körper injiziert oder herausgesaugt werden.
Kanülen Prüfvorrichtung

Durchstechkraft und Weitergleitkraft nach LAB 530 und ISO 11040-4

Für die Bestimmung der Durchstechkraft und Weitergleitkraft von Kanülen und Injektionsnadeln bis 200 N nach LAB 530 und ISO 11040-4 (F) wird eine Aufnahmevorrichtung für eine standardisierte Folie verwendet. Diese Folie wird durch eine Nadel durchstoßen. Dabei wird der Kraftverlauf während der verschiedenen Phasen der Injektion aufgezeichnet.

Die Folie kann nach Norm im 90° Winkel zur Nadel eingespannt werden. Für anwendungsnahe Injektionsversuche kann auch eine Einspannvorrichtung mit variabel einstellbarem Einstichwinkel zum Einsatz kommen. Durch geeignete Nadelhalter können sowohl Nadeln mit Lueranschluss oder blanken Kanülenschaft als auch Spritzen mit aufgesetzen oder Fertigspritzen geprüft werden.

Nadelauszugskraft

Injektionsnadeln werden in Fertigspritzen oder Nadelaufnahmen eingeklebt. Um die Nadelauszugskraft zu prüfen, muss sowohl die Nadel als auch die Spritze bzw. Aufnahme eingespannt werden. Bei Injektionsnadeln, die auf Spritzen aufgesetzt werden, kann ein männlicher Luer-Lock Adapter verwendet werden. Bei der Prüfung von Fertigspritzen nach ISO 11040-4 (Anhang G1) wird die Fertigspritze im Flanschbereich gehalten. Zumeist wird die Zugprüfung nur bis zu einer festgelegten Kraft durchgeführt. Für Entwicklungszwecke ist auch der komplette Nadelauszug üblich. Hierbei können leicht Klemmbrüche an der Nadel bzw. das Versagen des Spritzenflansches vor Erreichen der maximalen Kraft auftreten.
Nadelauszugskraft ISO 11040-4
Nadelauszugskraft Revolver-PH seitlich
Nadelauszugskraft Revolver frontal

Biegeprüfung nach DIN EN ISO 9626

Die Bruchfestigkeit von Injektionsnadeln wird nach Norm DIN EN ISO 9626 (Anhang D) über eine 2-Punkt-Biegeprüfung ermittelt. Hierbei wir die Nadel auf einer Seite gehalten und über die freie Seite in einen definierten Winkel verbogen.

Für die Prüfung zur Steifigkeit des Kanülenrohres nach Norm DIN EN ISO 9626 (Anhang C) kommt eine 3-Punkt-Biegevorrichtung zum Einsatz. Je nach Nadelfeinheit muss ein definierter Biegeabstand gewählt werden.

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