Prüfung von Profilen und Betonstahl

Profile aus verschiedenen Materialien werden aus Vormaterial wie Knüppel oder Stangen gewalzt oder gezogen, in manchen Fällen auch aus Stabmaterial geschweißt. Sie werden in einer unübersehbaren Anzahl von Anwendungen eingesetzt, daher sind die mechanisch-technologischen Prüfungen sehr vielfältig und unterschiedlich.

Zusammen mit dem Armierungsstahl oder Betonrippenstahl, der in Hoch- und Tiefbau nicht wegzudenken ist, bilden sie eine Gruppe wichtiger Strukturwerkstoffe, die - wie im Fall des Betonstahls - einer behördlichen Kontrolle unterliegen.
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Zugversuche

Weil Beton zwar sehr druckbeständig, aber weniger zugbelastbar ist, wird er mit in ihm eingebettetem Stahl verstärkt. Die Armierungsstähle werden hauptsächlich in einem Durchmesserbereich von ca. 5 mm bis ca. 60 mm hergestellt. Die kleineren Durchmesser werden dann weiter zu Matten oder Gitterträgern verarbeitet bevor sie vor Ort mit Beton vergossen werden.

Eine besondere Herausforderung ist das Prüfen dieser gerippten Stähle, weil außer dem Ablängen keine weitere mechanische Probenvorbereitung stattfindet. Die notwendige Dehnungsmessung an der Probe zur präzisen Ermittlung der Streckgrenze wird in überwiegender Anzahl mit dem Längenänderungsaufnehmer Makro ermittelt. Er nimmt die Dehnung bis zum Bruch sicher auf, ohne selbst in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Den Makro Längenänderungsaufnehmer zeichnen folgende Eigenschaften aus:

  • Hohe Robustheit für Messungen bis Bruch
  • Spezielle Schneidenaufhängung an der Fühlerarmspitze 
  • Automatisches Anlegen und Abheben der Fühlerarme an die Probe
  • Großer Durchmesserbereich
  • Voll integriert in den automatischen Prüfablauf
  • Keine händische Bedienung nötig
  • Optional automatisches Rückfahren aus dem Probenraum

Biegeversuche

Biegeversuche an Armierungsstahl dienen dazu, die Formbarkeit zu prüfen. Dabei darf die Probe nicht an Festigkeit verlieren und bei der visuellen Prüfung dürfen keine Risse festgestellt werden. Je nach Norm werden verschiedene Stempelradien und Auflager definiert. Der Biegewinkel beträgt in aller Regel 90° oder 180°. ZwickRoell realisiert diesen Versuch mit hydraulischen Prüfmaschinen und den Standards entsprechenden Biegevorrichtungen. Falls gewünscht, können bei elektromechanischen Prüfmaschinen auch zwei Arbeitsräume eingerichtet und dann für Biege- und Zugversuche genutzt werden. Der Umbau eines Prüfaufbaus kann dann entfallen.

  • Einschubsystem für einfaches Adaptieren der Biegevorrichtung
  • Biegevorrichtungen entsprechend der Standards
  • Nutzung von zwei Prüfräumen in einer Prüfmaschine
  • Optionaler seitlicher Arbeitsraum   
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Scherzugversuche

Bei Matten und Gitterträgern zur Armierung werden die Schweißpunkte auf Abscherung geprüft. Hierfür werden Proben aus geschweißten Matten und Gitterträgern getrennt und in spezielle formschlüssige Probenhalterungen eingelegt. Diese Probenhalter müssen für diese Art der Prüfung genau an die Durchmesser und die Stellung der Rippendrähte angepasst sein, um die Scherkräfte nicht zu beeinflussen. ZwickRoell verfügt in diesem Gebiet über jahrzehntelange Erfahrung und hat umfangreiches Zubehör entwickelt.
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Ermüdungsversuche

Armierungsstähle müssen nach Norm eine bestimmte Betriebsfestigkeit aufweisen, die nachgewiesen werden muss. Diese Schwingfestigkeitsversuche werden am schnellsten und wirtschaftlichsten mit Resonanzpulsatoren durchgeführt. ZwickRoell bietet mit seinen Hochfrequenzpulsatoren (Vibrophore) eine optimale Lösung für diese Anwendung bis 600 kN. Die Proben können einen Durchmesser bis zu 36 mm haben, ab 14 mm müssen sie vergossen werden, hierfür gibt es eine Vergießvorrichtung.
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Roboter-Prüfsysteme

Armierungsstahl wird in großen Mengen hergestellt und muss dauerhaft zur Produktionsüberwachung geprüft werden. ZwickRoell hat Automatisierungssysteme zur Prüfung entwickelt, bei denen die Proben, von Stangenmaterial abgelängt, aus Matten und Gitterträgern herausgetrennt, manuell in Magazine gefüllt und dann aber vollautomatisch geprüft werden. Auch ein Verfahren zur künstlichen Alterung bei 100 °C kann in ein solches Prüfsystem integriert werden. Dabei werden die Querschnitte normgerecht automatisch mit hoher Genauigkeit bestimmt und die Proben je nach Prüfergebnis optional auch für eine spätere visuelle Kontrolle sortiert.

  • Kundenspezifische Gesamtlösungen
  • Integration aller relevanten Prüfungen
  • Hohe Verfügbarkeit
  • Hilfreiche Optionen für die Weiterleitung von Störungsmeldungen
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