Schlagprüfungen werden zur Bestimmung des Materialverhaltens bei höheren Verformungsgeschwindigkeiten eingesetzt. Klassische Pendelschlagwerke bestimmen die von einem genormten Prüfkörper bis zum Bruch aufgenommene Schlagarbeit durch Messung der Steighöhe des Pendelhammers nach dem Schlag. Mehrere Prüfverfahren kommen üblicherweise zur Anwendung:
Im Rahmen der Norm für Einpunktkennwerte ISO 10350-1 ist Charpy nach ISO 179-1 die bevorzugte Prüfmethode. Dabei wird die Prüfung normalerweise an ungekerbten Proben im schmalseitigen Schlag (1eU) geprüft. Sofern der Probekörper in dieser Konfiguration nicht bricht, wird die Prüfung mit gekerbten Proben durchgeführt, obwohl die Prüfergebnisse nicht direkt vergleichbar sind. Falls damit immer noch kein Probenbruch zu erreichen ist, wird die Schlagzugmethode angewandt.
Im Rahmen der ASTM Normen ist es üblich, nach dem Izod-Prüfverfahren entsprechend ASTM D 256 zu arbeiten. Dabei wird immer an gekerbten Probekörpern geprüft. Eine seltener angewandte Methode ist die in ASTM D 4812 beschriebene "Unnotched cantilever beam impact", die ähnlich dem Izod-Verfahren ist, aber mit ungekerbten Probekörpern durchgeführt wird. Sofern nur kleine Proben hergestellt werden können, kann die "Chip-impact" Methode nach ASTM D 4508 verwendet werden.
Die Charpy Prüfung hat einen breiteren Anwendungsbereich und ist besser geeignet für Prüfungen von Werkstoffen, die interlaminare Scherbrüche oder Oberflächeneffekte aufweisen. Weiterhin bietet die Charpy Methode Vorteile bei der Prüfung unter niedrigen Temperaturen, da die Probenauflager weiter von der Kerbe entfernt sind und dadurch eine schnelle Wärmeübertragung auf die kritischen Bereiche des Probekörpers vermieden wird.
Einige deutsche Automobilhersteller wenden zur Prüfung von kleinen Probekörpern das Dynstat Schlagbiegeverfahren an. Dieses Verfahren ist ausschließlich in der DIN beschrieben.
Jeder Pendelhammer darf nach ISO in einem Bereich von 10 % bis 80 % seines nominellen Arbeitsvermögens eingesetzt werden. In der ASTM ist die Ausnutzung bis 85% erlaubt.
Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen ISO und ASTM besteht in der Auswahl der Pendelgröße. Nach ISO muss der jeweils größtmögliche Pendelhammer eingesetzt werden, wobei die Überdeckungen zwischen den Pendelstufen oft sehr gering sind. Diese Forderung beruht auf der Überlegung, dass der Geschwindigkeitsabfall beim Durchschlagen der Probe möglichst gering gehalten werden soll. In der ASTM hat der Standard-Pendelhammer ein Nennarbeitsvermögen von 2.7 Joule und alle weiteren Größen ergeben sich durch Verdoppelung. Hier soll der jeweils kleinste Pendelhammer im Bereich zur Prüfung gewählt werden.
Zwick Pendelschlagwerke der Baureihen 5102, 5113 und die neue HIT Baureihe sind strikt nach DIN, ISO und ASTM Normen gebaut.