Dieses Verfahren eignet sich zur Prüfung von Faserverbundwerkstoffen unter höheren Lasten, wie sie bei größeren Probenquerschnitten auftreten. Ein Teil der Druckkraft wird über die Probeneinspannung, der Rest an den Probenenden eingeleitet. Die Länge des Probekörpers wird genau auf die Länge der Spannbacken abgestimmt. An die Bearbeitung der stirnseitigen Probenenden bestehen wie im End-Loading Verfahren sehr hohe Anforderungen.
Die ASTM D 6641 und das Verfahren 2 nach ISO 14126 beschreiben ein mechanisches Prüfwerkzeug, das aus vier durch Führungssäulen miteinander verbundenen Elementen besteht. Die Spannkraft wird über 8 Schrauben erzeugt, die mit einem Drehmomentenschlüssel angezogen werden. Die Prüfeinrichtung mit eingebautem Probekörper wird zur Prüfung zwischen zwei Druckplatten in der Prüfmaschine eingesetzt.
Eine Weiterentwicklung des Verfahrens wurde in der Airbus-Norm AITM 1.0008 Ausgabe 2010 vorgelegt, die sowohl Shear-loading als auch Combined-Loading beschreibt. Die Spannkraftaufbringung ist als hydraulisches Parallelspannprinzip beschrieben. Studien zeigten, daß mehr gültige Bruchbilder erzielt werden, wenn Spannungsspitzen am Übergang zwischen freier Einspannlänge und den Spannflächen durch die konstruktive Auslegung der Spannbacken vermieden werden. In der Airbus-Norm wird dies als „soft load introduction“ beschrieben.
Die Prüfeinrichtung HCCF die erfüllt Anforderungen der AITM 1.0008. Sie wurde diesbezüglich von Airbus in Bremen überprüft und freigegeben.