Das Besondere an dieser Prüfausrüstung von Zwick ist ihre Mobilität: Die horizontale Zugprüfmaschine und der Bedienplatz mit den zum Betrieb erforderlichen Aggregaten sind getrennt in 2 Containern in jeweils separaten Raumeinheiten untergebracht. Durch diese flexible Lösung kann die italienische Marine die Prüfanlage für Seile, Ketten und andere für Schiffe benötigten Befestigungsteile an unterschiedlichen Ort aufstellen und sofort einsetzen.
Die Trennung der Prüfanlage in die beiden Container bietet außerdem noch Sicherheit für das Bedienpersonal. Bei Zugversuchen zur Ermittlung der Höchstlast an Ketten und Drahtseilen treten hohe Kräfte und große Dehnungen auf; beim Bruch der Prüflinge schlagen die gerissenen Teile mit hoher Energie zurück. Der Bediener ist vor dem Versuchsstart von der Prüfmaschine getrennt und führt im Bürocontainer geschützt den Versuch durch.
In dem circa 8 Meter langen Büro-Container ist außer dem Bedienerplatz mit der Mess- und Regelelektronik sowie der Anlagenelektrik auch das Hydraulikaggregat mit der Kühlanlage für das Hydrauliköl integriert. Der Prüfmaschinen-Container ist circa 12 Meter lang und mit einer Kranwinde sowie einer Beobachtungskamera ausgestattet. Die Prüfmaschine selbst besteht aus einem modular aufgebauten steifen 4-Säulen-Lastrahmen, der horizontal angeordnet ist. Er ist für zukünftige Ausbaustufen in der Länge erweiterbar und mit einem hydraulischen Antrieb mit einer maximalen Kraft von 1.500 kN ausgerüstet. Der Hydraulikzylinder hat einen Hub von 1.200 mm und eine maximale Prüfgeschwindigkeit von 300 mm/min. Der Spannkopfabstand beträgt maximal 4.000 mm.
Mit einer Reihe modularer Spannzeuge und Spanneinsätze lassen sich Ketten und Seile unterschiedlicher Größe prüfen. Auch Spannzeuge mit Einsätzen für große Ketten, Epoxid-Konus für Drahtseile, Reduzier-Flansche für kleinere Ketten sowie offene Einsätze für Seile mit Kauschen sind verfügbar. Mit Hilfe einer Seilwinde wird das zu prüfenden Material in den Prüfraum der Maschine eingebracht und mit einem oder beiden Kränen zwischen die beiden Spannköpfe positioniert. Mit der Fernbedienung werden die Spannköpfe verfahren und der Prüfling sicher gefasst. Nachdem alles eingerichtet und die Tür geschlossen wurde, wird der Versuch nach Auswahl des Prüfprogramms und der Versuchsparameter vom Bedienplatz aus gestartet.
Aufgrund der hochauflösenden und kanalsynchronisierten Messtechnologie sind die Materialkennwerte sehr exakt bestimmbar. Eine Bereichsumschaltung ist nicht notwendig, da die Kraftsignalauflösung über den gesamten großen Messbereich zur Verfügung steht. Mit der Prüfsoftware testXpert® II reduziert sich der Bedienaufwand zur Versuchsdurchführung auf eine Einknopf-Bedienung.